Handarbeit
vor »Der Motorradgruß ist eine nette Geste unter Bikern. Das heben der linken Hand hat seinen Ursprung in einer Zeit, in der das Motorrad zunehmend an Beliebtheit verlor.
Es war die Wirtschaftswunderzeit. Deutschland hatte die Trümmer des Krieges beseitigt. Die Wirtschaft boomte, und bei Otto Normalverbraucher stellte sich bescheidener Wohlstand ein. Und der wurde investiert. Besonders gern in das Statussymbol Auto, auch wenn es noch so klein war. Autos wie die Isetta, das Goggomobil und der NSU Prinz verkauften sich damals hervorragend. Ganz nach dem Motto: Hauptsache, ein Dach über dem Kopf.Wer jetzt noch bei Wind und Wetter auf dem Motorrad unterwegs war, hatte wahrscheinlich wenig Geld. Dafür verdiente er den Respekt seiner Leidensgenossen, die ihre Wertschätzung mit einem kurzen Handzeichen kundtaten.
Später hatte der Motorradgruß noch eine zusätzliche Funktion. Er zeigte dem Entgegenkommenden, dass die vor ihm liegende Strecke frei von Radarkontrollen war. Diese kamen 1957 in Nordrhein-Westfalen und kurz darauf im ganzen Bundesgebiet in Mode.
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