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Zündende Ideen

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vor » Jeder noch so einfache Oldtimer steckt voller technischer Entwicklungen. Jedes Detail ist das Ergebnis einer Idee, die ein schlauer Kopf in die Praxis umgesetzt hat. Neben unzähligen unbekannten Erfindern und Konstrukteuren gibt es einige, die fast jeder kennt. Männer, die sich in besonderem Maße um die Entwicklung des Automobils verdient gemacht haben. Manch einer ist durch die Bezeichnung seiner Entwicklung und durch Markennamen noch heute in aller Munde.

Carl Benz

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Sicher kann man die Idee, das erste Auto zu bauen, nicht nur einer Person zuschreiben. Aber einer konnte nur der erste sein, der dafür das Patent erhielt. Und das war Carl Benz.

Karl Benz wurde am 25. November 1844 in Mühlburg bei Karlsruhe geboren. Mit 15 Jahren kommt Benz auf die Polytechnische Hochschule Karlsruhe. Vier Jahre später hat er seinen Abschluss in der Tasche.

Nach verschiedenen beruflichen Stationen gründete er 1871 mit seinem Partner das Unternehmen "Carl Benz und August Ritter, mechanische Werkstätte". Aber weder diese noch die nächste Unternehmensgründung waren von Erfolg gekrönt.

Ab 1877 entwickelte er einen schnelllaufenden Zweitaktmotor. Dabei musste er Rücksicht nehmen auf die Tatsache, dass das Patent für Viertaktmotoren bei der Firma Deutz lag. Die Entwicklung war ein voller Erfolg. Mit den erwirtschafteten Gewinnen und Patentrechten konnte Benz sein nächstes Projekt starten.

1885 begann Benz mit der Entwicklung eines Motorwagens. Am 29. Januar 1886 erhielt er vom Kaiserlichen Patentamt das Patent 37435 auf den ersten brauchbaren Motorwagen. Sein "Benz-Patent-Motorwagen" sorgte für großes Aufsehen.

Die Langstreckentauglichkeit seines Autos stellte seine Frau Berta unter Beweis. Am 5. August 1888 unternahm sie mit ihren beiden Söhnen die erste Fernfahrt der Autogeschichte. Wenige Tage zuvor, am 1. August 1888, hatte Carl Benz eine behördliche Fahrerlaubnis erhalten. Diese gilt als erster Führerschein der Welt.

Der 1894 präsentierte Benz Velo mit Achsschenkellenkung und 1 1/2 PS Motorleistung ist das erste Massen-Automobil und wird ungefähr 1200 mal produziert.

Um den Erfinder Benz zu ehren, wurde in den 30er Jahren versucht, seinen Namen als Maßeinheit für Kilometer pro Stunde einzuführen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings, "Benz" statt "km/h" konnte sich nicht durchsetzen.

Wer übrigens der Meinung ist, Carl Benz werde mit "K" geschrieben, liegt gar nicht so verkehrt. Benz selbst unterschrieb sowohl mit "Carl Benz" als auch mit "Karl Benz".
Am 4. April 1929 starb er in seinem Haus in Ladenburg.

Gottlieb Daimler

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Gottlieb Wilhelm Daimler kam am 17. März 1834 in Schorndorf/ Baden-Württemberg zur Welt. Er baute mit Wilhelm Maybach den ersten schnelllaufenden Benzinmotor, das erste Motorrad und das erste Automobil mit vier Rädern und Verbrennungsmotor.

Nach der Realschule begann Daimler 1848 eine Ausbildung zum Büchsenmacher. Ab 1853 arbeitete er in einer Maschinenbaufirma, bis er 1857 sein Maschinenbaustudium aufnahm. Nach dem Studium sammelte Daimler auf mehreren Auslandsreisen wertvolle Erfahrungen. Von 1862 an arbeitete er dann in der Metallwarenfabrik Straub in Geislingen als Konstrukteur. 1865 wurde Gottlieb Daimler zum Leiter einer Maschinenfabrik in Reutlingen ernannt. Dort lernte er Wilhelm Maybach kennen, den genialen Konstrukteur, ohne den Daimlers Lebenswerk kaum vorstellbar ist.

1869 wechselte Daimler als Werkstattleiter zur Karlsruher Maschinenbaugesellschaft. Maybach folgte ihm und blieb von da an beruflich immer an der Seite von Daimler. 1872 ging Daimler dann gemeinsam mit Maybach zur Gasmotorenfabrik Deutz. Auch hier hatte Daimler die Leitung der Werkstätten inne. Maybach und Daimler entwickelten den Ottomotor weiter, sodass er kurz darauf in Serie produziert werden konnte. Dadurch wurde die Gasmotorenfabrik Deutz schon bald zu einem international angesehen Großunternehmen.

1882 verließ Daimler die Gasmotorenfabrik Deutz nach einem Streit mit Nicolaus August Otto. Von seiner Abfindung kaufte er sich eine Villa in Cannstatt. Maybach folgte ihm. Gemeinsam machten Sie sich in Daimlers zur Versuchswerkstatt umfunktionierten Gewächshaus daran, einen kleinen, schnell laufenden Verbrennungsmotor zu entwickeln. Damit wollte Daimler Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft motorisieren. Dafür stand auch der dreizackige Stern, heute eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt. Der Durchbruch gelang mit einem Motor, der wegen seiner Form auch Standuhr genannt wird. Im April 1885 erhielt Daimler darauf das Reichspatent Nr. 43926.

Um die Standuhr im Einsatz zu testen, wurde um sie herum der so genannte Reiterwagen gebaut. Dieses 1885 gebaute Vehikel mit zwei großen Rädern und kleinen seitlichen Stützrädern war zugleich das erste Motorrad der Welt. Als nächstes wurde die Standuhr in ein Boot eingebaut und dann in ein Kutschengestell. Daimler und Maybach bauten also auch den ersten vierrädrigen Kraftwagen. Es folgten Straßenbahnen und ein Luftschiff, das mit Daimlers Motor angetrieben wurde.

1889 präsentierte Daimler auf der Weltausstellung in Paris seinen Stahlradwagen mit Zahnradgetriebe und Kühlwasser in den Stahlrohren des Rahmens. Das Motor Quadricycle erregte großes Aufsehen. Panhard & Levassor sicherte sich umgehend die Lizenzrechte und fertigte noch im gleichen Jahr von Daimler konstruierte Motoren. Wenig später wurden auch in England und den USA Daimler-Motoren in Lizenz gefertigt.

Trotz der fortschrittlichen Technik konnte Daimler noch nicht genügend Motoren verkaufen. 1890 gründete er wegen finanzieller Probleme gemeinsam mit Maybach und zwei Partnern die Daimler-Motoren-Gesellschaft. Die beiden Partner Max Duttenhofer und Wilhelm Lorenz hatten jedoch komplett andere Vorstellungen vom Geschäft. Daimlers Gründlichkeit und Streben nach Perfektion passte ihnen nicht. Zudem hatten sie im gemeinsamen Vertrag einige versteckte Klauseln eingefügt, die Daimler nicht akzeptieren konnte. 1893 schied Daimler aus der Daimler-Motoren-Gesellschaft aus. Doch schon 1895 kehrte er zurück. Dies hatte der Engländer Frederick R. Simms als Bedingung für seine Investition in die Lizenzrechte für den Phönix-Motor gestellt. Im gleichen Jahr baute Daimler den ersten Omnibus, im Jahr drauf den ersten LKW.

1899 baute Maybach für Daimler einen Rennwagen, der vom österreichischen Kaufmann und Generalkonsul Emil Jellinek erfolgreich eingesetzt und nach dem Vornamen von dessen Tochter benannt wurde. 1900 wurde Mercedes zum Markennamen der Daimler-Autos. Im gleichen Jahr starb Gottlieb Daimler, am 6. März 1900.

Rudolf Diesel

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Rudolf Christian Karl Diesel wurde am 18. März 1858 in Paris geboren. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches technisches Talent.

Als Zwölfjähriger wird Rudolf Diesel für hervorragende Leistungen von der "Société Pour L´Instruction Elémentaire" ausgezeichnet.

Mit 14 beschließt Diesel, Mechaniker zu werden. 1873 beendet er die Gewerbsschule ebenso wie 1875 die Ausbildung an der Industrieschule als Jahrgangsbester. Im Anschluss beginnt er ein Studium an der Technischen Hochschule in München. Nachdem er das erste Abschlussexamen wegen einer Typhuserkrankung verpasst hatte, holte er es im Januar 1880 mit der besten Leistung seit Bestehen der Hochschule nach.

Schon 1881 wird Diesel Direktor der Eisfabrik Linde in Paris. Er arbeitet viele Jahre erfolgreich für das Unternehmen. Unter anderem erhält Diesel sein erstes Patent auf ein Verfahren zur Herstellung von Klareis in Flaschen.

Den nach ihm benannten Motor erfindet Diesel erst später. Am 27. Februar 1892 meldet er ein Patent auf eine "Neue rationelle Wärmekraftmaschine" an. Am 23. Februar 1893 erhält er das Deutsche Reichs Patent über Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungsmaschinen. Am 29. November 1893 meldet er ein zweites Patent an, bei dem der Gleichdruck-Prozess den ursprünglichen Carnot-Prozess ersetzt.

Nach jahrelanger Entwicklung in der Maschinenfabrik Augsburg läuft der erste Dieselmotor 1897. Alle Probleme mit auftretenden Temperaturen und Druckstauungen sind behoben.

Diesel hat sein Ziel erreicht! Er wollte einen Motor bauen, der die Luft in einem Zylinder so stark verdichtet, dass die hierdurch entstandene Temperatur weit über der Entzündungstemperatur des zu benutzenden Brennstoffs liegt. Der Diesel-Motor ist sparsamer und robuster als vergleichbare Benzinmotoren. Zudem hat er mit 26,2 Prozent einen besseren Wirkungsgrad.

Am 1. Januar 1898 wird die Dieselmotorenfabrik Augsburg gegründet. Am 17. September 1898 dann die Allgemeine Gesellschaft für Dieselmotoren, im Herbst 1900 die Diesel Engine Company.

Der Erfolg des Dieselmotors ist nicht mehr aufzuhalten. Leider ist Rudolf Diesels kaufmännisches Talent nicht annähernd so ausgeprägt wie sein technisches. Lizenzverhandlungen und Patentprozesse zermürben Rudolf Diesel. Hinzu kommen finanzielle Schwierigkeiten. Die Dieselmotorenfabrik Augsburg wird 1911 aufgelöst.

Am 29. September 1913 wird Rudolf Diesel das letzte Mal lebend gesehen. Er befindet sich an Bord eines Postdampfers, um nach London zu fahren. Dort kommt er aber nie an. Statt dessen entdeckt die Besatzung eines holländischen Lotsenbootes am 10. Oktober eine im Wasser treibende Leiche. Wegen des starken Seegangs können nur ein paar Gegenstände aus der Kleidung entnommen werden. Sie werden später eindeutig Rudolf Diesel zugeordnet. Um den Tod von Rudolf Diesel gibt es Selbstmord- und Mordgerüchte, die genauen Umstände konnten nie geklärt werden.

Wilhelm Maybach

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Wilhelm Maybach wurde am 9. Februar 1846 in Heilbronn geboren. Er war einer der wichtigsten Pioniere der Automobil-Entwicklung.

Mit 10 Jahren war Maybach Vollwaise und kam ins Waisenheim nach Reutlingen. In der dem Heim angeschlossenen Maschinenfabrik machte er eine Ausbildung zum technischen Zeichner und wurde Detailkonstrukteur.

Zum ersten Zusammentreffen mit Gottlieb Daimler kam es, als dieser die Maschinenfabrik übernahm. Es sollte der Beginn einer langen und fruchtbaren Partnerschaft sein.

Nach vier Jahren in der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe folgte Maybach Daimler zur Gasmotorenfabrik Deutz nach Köln. Dort entwickelt er den Otto-Motor zur Serienreife und beschäftigte sich intensiv mit der Entwicklung von Vergasern.

Als Daimler 1882 ein eigenes Unternehmen gründete, folgte ihm Maybach abermals. In den kommenden Jahren entwickelt Maybach so wegweisende Konstruktionen wie das erste Zahnradwechselgetriebe und den Spritzdüsenvergaser.

Weitere Erfindungen wie der erste schnelllaufende Motor, der erste funktionstüchtige Viertaktmotor, die erste Glührohrzündung, die erste Kurvennutsteuerung, die erste Drehzahlregulierung und der erste V-Motor der Welt tragen die Handschrift des genialen Konstrukteurs Maybach.

Um die Jahrhundertwende konstruierte Maybach die erfolgreichen Mercedes-Rennwagen. 1907 entwickelte er den ersten Sechszylindermotor. 1908 verließ er die Daimler Motoren Gesellschaft und konstruierte Motoren für die Luftschiffe des Grafen Zeppelin.

Ab 1909 baute Maybach Motoren für Autos. Am liebsten wollte er nur Motoren für Luxuskarossen liefern. Allerdings musste er aber bald einsehen, dass er so keinen großen Erfolg hatte. Also entstanden verschiedene Maybach-Modelle, die heute noch jeden Oldtimerfan mit der Zunge schnalzen lassen. Spitzenmodell war der Maybach Zeppelin.

Am 29. Dezember 1929 stirbt Maybach in Stuttgart.

Nicolaus August Otto

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Einer der wenigen Konstrukteure, nach denen ein Motor benannt wurde, ist Nicolaus August Otto. Sein Otto-Motor war ein wichtiger Baustein der weltweiten Motorisierung.

Nicolaus August Otto wurde am 14. Juni 1831 in Holzhausen an der Haide (bei Nassau) geboren. Er war der Sohn eines Bauern und lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Als junger Mann faszinierte ihn die Gasmaschine eines gewissen Jean Joseph Etienne Lenoir. Von der hatte er eher zufällig in einem Technik-Magazin gelesen. 1860 machte Otto eine größere Erbschaft. Sie war für ihn das Startkapital, um die Gasmaschine von Lenoir weiterzuentwickeln.

1864 gründete er mit einem solventen Partner ein eigenes Unternehmen, aus dem 1872 die Gasmotorenfabrik Deutz hervorging. Allerdings hatte der atmosphärische Gasmotor kein Entwicklungspotential. Daran konnte auch die Goldmedaille nichts ändern, die Otto auf der Weltausstellung 1867 in Paris erhielt.

Folgerichtig widmete sich Otto einem anderen Verbrennungsprinzip. Er entwickelte den Viertaktmotor so weit, dass er 1877 ein Patent erhielt. Schnell setzte sich die Bezeichnung "Ottomotor" für seine Erfindung durch. Das Viertaktprinzip war zwar schon seit 1862 bekannt, aber Otto gab der Weiterentwicklung die entscheidenden Impulse.

Leider kam es immer wieder zu sehr zweifelhaften Patentstreitigkeiten. Im Laufe der Zeit musste Otto seine Patente zurückgeben. Den überwältigenden Erfolg seiner Erfindung erlebte Otto nicht mehr. Er starb am 26. Januar 1891 in Köln an Herzversagen.

Ferdinand Porsche

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Beim Namen Ferdinand Porsche (1875-1951) müssen Oldtimer-Fans unweigerlich an den VW Käfer denken. Aber Porsche ist noch für viele weitere wichtige Konstruktionen der Automobilgeschichte verantwortlich.

Ferdinand Porsche erblickte am 3. September 1875 im böhmischen Maffersdorf das Licht der Welt. Schon als kleiner Junge kam sein technisches Talent zum Vorscheín, als er für den Betrieb seines Vaters eine Lichtanlage baute. Nach der Volksschule arbeitete er in der väterlichen Spenglerei. Statt eines Studiums fing er 1893 bei der Vereinigten Elektrizitäts-AG Béla Egger in Wien als Mechaniker an. Dort entwickelte Porsche einen Radnabenelektromotor.

Bei Lohner & Co setzte Porsche seine Karriere fort und konstruierte den Lohner-Porsche-Elektrowagen, der 1900 auf der Pariser Weltausstellung viel Aufsehen erregte. Mit seinen vier Radnabenmotoren ist es das erste Allradauto der Geschichte. Im gleichen Jahr entwickelte Porsche einen allradgetriebenen Rennwagen und das erste benzin-elektrisches Hybridfahrzeug.

Die nächste Station war die österreichische Daimer-Gesellschaft, wo Porsche unter anderem einen Austro-Daimler Tourenwagen konstruierte und höchstpersönlich damit die Prinz-Heinrich-Fahrt gewann.

1923 wurde Ferdinand Porsche Technischer Direktor bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart. Dort konstruierte er die legendären Sportwagen SS und SSK, die den internationalen Rennsport jahrelang dominierten. Nach seinem unrühmlichen Ausscheiden bei Daimler und einem kurzen Abstecher zu Steyr gründete Ferdinand Porsche 1931 sein eigenes Konstruktionsbüro in Stuttgart. Für NSU entwickelte er 1933 den Typ 32 mit Heckmotor, ein konstruktiver Vorläufer des Volkswagens. Für Auto Union entwickelt er 1936 einen Rennwagen mit 16 Zylindermotor.

1934 hatte Porsche den Auftrag, den Deutschen Volkswagen zu bauen. Schon bald gingen die ersten VW-Prototypen auf Erprobungsfahrt, der Volkswagen wird aber erst nach dem Krieg gebaut.1939 baute Porsche den Typ 64. Die drei gebauten Berlin-Rom-Wagen kamen nie zum Einsatz, dürfen aber als Vorbild für den späteren Porsche 356 gesehen werden.

Nach dem Krieg saß Porsche 22 Monate in Kriegsgefangenschaft. Der während seiner Haft von seinem Sohn Ferry entwickelte Porsche Nummer 1 fand aber seine volle Zustimmung. Am 30. Januar 1951 starb Ferdinand Porsche im Alter von 76 Jahren in Stuttgart.

Felix Wankel

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Felix Wankel war ein genialer Erfinder und Konstrukteur. Er tüftelte sein Leben lang und erhielt viele Patente für den Wankelmotor mit Kreiskolbenmotor und andere Erfindungen.

Interessanterweise waren Mathematik und Physik alles andere als Wankels Paradefächer. Wegen mäßiger Leistungen verließ er die Schule bereits in der Unterprima. Seine anschließende Lehre zum Verlagskaufmann nutzte er, um sich in Technik- und Wissenschaftsbüchern schlau zu machen und Anregungen zu holen.

Als Autodidakt und wegen seiner fehlenden schulischen Qualifikation zog Wankel eine Werkstatt in einem Abstellraum der Universität vor. Seine erste nennenswerte Erfindung war ein Fettdurchfluss-Anzeigegerät mit Drehkolben, das er 1924 entwickelte. In dieser Zeit stellte Wankel auch erste Überlegungen an, einen Motor ohne Hubkolben zu bauen.

In den Folgejahren entwickelte Wankel seine Idee eines Drehkolbenmotors weiter. 1934 landete Wankel bei BWM und sollte dort Drehschiebersteurungen für Automotoren entwickeln.

1936 musste Wankel für die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt arbeiten und wurde Leiter der WVW, der Wankel-Versuchs-Werkstatt. Fortan beschäftigte sich Wankel hauptsächlich mit Flugzeugmotoren, entwickelte aber 1942 auch ein Spaltgleitkufenboot mit dem vielversprechenden Namen "Zisch 42".

Nach dem Krieg konnte Wankel seine Projekte erst ab 1951 weiter vorantreiben. Für NSU entwickelte Wankel einen Lader. Es gelang Wankel, NSU für die Idee seines revolutionären Kreiskolbenmotors zu begeistern.

1954 erhielt Wankel ein Patent für das Prinzip der doppelten Drehbewegung für einen viertaktenden, innenachsigen Drehkolbenmotor. 1957 entwickelte er die kinematische Umkehrung des Drehkolbenprinzips in einem Kreiskolbenmotor. Mit wassergekühltem Gehäuse und ölgekühltem Kolben entstand so das "System NSU-Wankel".

Das erste Serienfahrzeug mit Wankelmotor ist der NSU Wankel Spider. Auch Citroen baute den Wankelmotor in seinen GS ein, ließ aber später fast alle Fahrzeuge verschrotten. Mercedes experimentierte ebenfalls intensiv mit Wankels Motorenprinzip im Mercedes C111. Der Durchbruch gelang schließlich mit dem Ro 80, der allerdings ein wirtschaftlicher Misserfolg war. Später baute auch Lada Fahrzeuge mit Wankelmotor. Geblieben ist nur Mazda. Die Japaner haben den Wankelmotor ständig weiterentwickelt und bauen bis heute Sportwagen mit diesem turbinenartigen Antrieb. Insgesamt wurden bisher etwa 1,6 Millionen Autos mit Kreiskolbenmotor hergestellt.

Auch als Motorrad-, Boots- und Flugzeugantrieb war der Wankelmotor nur mäßig erfolgreich. Insgesamt 26 Lizenznehmer sind jedoch der Beweis, dass die Idee Wankels Potential hatte. Wäre der Kreiskolbenmotor mit dem gleichen Aufwand wie der Hubkolbenmotor weiterentwickelt worden, gäbe es heute vielleicht mehr als nur einen Autobauer, der noch Fahrzeuge mit Wankelmotor baut. Felix Wankel hat übrigens nie einen Führerschein gemacht und ließ sich stets fahren - selbstverständlich in einem Ro 80.


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