Was man früher draufhaben musste
vor »Manche Erfindungen kommen einfach zu spät. Beispielsweise die Hutablage.
Als Konstrukteure in den 50er Jahren am Ablageraum zwischen Rücksitz und Heckscheibe tüftelten, befreite sich die autofahrende Generation gerade vom Kopfbedeckungszwang ihrer Väter.Das Ergebnis: Die Hutablage ging als Leerstelle in Serie und rief den Ideen- reichtum kreativer Hausfrauen auf den Plan. Mobile Ikonen deutscher Gemütlichkeit machten das Auto zur rollenden guten Stube und brachten durchaus praktische Vorteile.
Der Häkelhut für’s Klopapier
Die mobile Toilettenrolle ist auf Deutschlands Autobahn-WCs bis heute unentbehrlich geblieben. Und wer würde bestreiten, dass ein bunter Hut freundlichere Assoziationen weckt als das nackte Intimpapier. Man erkennt sofort, dass die Wagenbesitzer einen sensiblen Sinn für Schönheit haben und wird vorsichtiger denn je in die Parklücke daneben steuern. Auch Ehefrauen können sich auf diese Masche verlassen. Eine Mütze auf dem Toilettenpapier verkündet dem Rest der Damenwelt: Das Intimleben dieses Fahrers ist in bester Obhut. Verstärkt werden kann diese Aussage noch mit einer Barbie-Puppe, die über der behäkelten Rolle thront.
Einfallsreiche HäklerInnen haben die Original-Idee längst weiter entwickelt. Wer will, kann seine Toilettenrolle nun auch mit gehäkelten Elefanten, Schneemännern oder Schildkröten besetzen.
Neugierig geworden? Oldtimer.net lädt Sie mit folgenden Links auf eine Häkelhut-Shopping-Tour ein.
- http://www.klopapierhut.de/
Die Klassiker mit Bommelmütze -
http://www.pluesch-welt.de
Klopapierhüte in tierischen Varianten -
http://www.handarbeits-laden.de
Flaggen-Hüte und Klopapier-Puppen
Der Wackeldackel
Nie wieder allein im Auto! In den sechziger Jahren wurde der Wackeldackel zum treuen Begleiter einsamer Autofahrer. Zweifler-Naturen galt er als leuchtendes Vorbild für positives Denken. Sein melancholisch-geduldiges Nicken wirkte beruhigend auf den Fahrer des Folgeautos und verhinderte Auffahr-Unfälle. Auch den Kindern im Fond war Wackeldackel ein treuer Freund und machte lästige Kopfsteinpflasterstraßen zum fröhlichen Gaudi. Fast wäre der treue Nickhund "ausgestorben", hätte ihm nicht ein Werbespot im Jahre 1999 zu neuer Popularität verholfen. Inzwischen gilt Wackeldackel gleich neben Gartenzwerg weltweit als urdeutsches Original und wird auch als "Nodding dog" (engl.) bzw. "Bobble-head" (am.) bezeichnet. Fleißige Spielzeughersteller versuchen sich auch an anderen Wackelhunderassen, wie dem wackelköpfigen Berner Sennhund. Doch die Dackelvariante bleibt in Führung. Auch die Konkurrenz des hüftschwingenden Wackel-Elvis kann Wackeldackel nicht wirklich etwas anhaben.
Und hier unsere Wackel-Links in Dackels Welt:
- http://www.wackeldackel.com/
Fotos von Wackeldackel in aller Welt -
http://www.zwerge24.de
Wackelhunde aller Rassen
Das Kissen der Bekenntnisse
Was wäre eine liebevollere Grundlage, um der Welt seine innigsten Neigungen mitzuteilen, als ein kuscheliges Kissen hinter der Heckscheibe? Das Kennzeichen, von fleißiger Hand in den Bezug gestickt, galt in den Sechziger Jahren als Liebeserklärung an das eigene Auto. Heutzutage müßte man nicht einmal selber sticken. Einen Nummernstick-Auftrag kann man auch niedrigstbietend bei einer Job-Auktion vergeben.
Andere kuschelige Bekenntnisse kann man auch fertig kaufen. Wie wäre es mit einem US-Flaggenkissen in Ihrem Chevrolet? Oder doch lieber das Banner des eigenen Bundeslandes? Fußball-Fans finden zu WM-Zeiten im Schwarz-Rot-Gold-Kissen die zärtliche Alternative zur wehenden Fahne. Für die Zeiten dazwischen gibt's auch ein Fan-Autokissen vom Lokalverein. Wer ganz persönliche Vorstellungen von seinem Autokissen hat, kann einen Stick- und Flock-Service beauftragen. So waren eine Zeitlang Botschaften an den Folgefahrer beliebt, wie: "Komm gut heim" oder "Eile mit Weile".
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