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Treibstoff für Benzingespräche

Treibstoff für Benzingespräche

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Wer sich etwas intensiver mit Oldtimern beschäftigt, stößt immer wieder auf Interessantes, Ungewöhnliches und Skurriles. Lassen Sie sich überraschen!

Beim Stöbern in alten Büchern, Zeitschriften und im Internet haben wir ein paar wissenswerte Geschichten entdeckt.

Sechs sells auf italienisch

Sechs Zylinder, sechs Sitze, sechs Scheibenwischer - als die Flaminia von Lancia 1957 auf den Markt kam, schienen die Entwickler einen sechsten Sinn für die Bedürfnisse anspruchsvoller Autofahrer zu haben. Sechs Sitze boten viel Platz für die Bambini, sechs Zylinder, noch dazu in V-Form, verliehen dem Bella-Macchina-Design von Pininfarina die standesgemäßen inneren Werte.
Und dann waren da noch die Scheibenwischer. Sechs Scheibenwischer! Zwei vorne, vier hinten, und zwar zwei außen und zwei innen! Sie sollten für perfekten Durchblick sorgen, wenn es im sonnigen Italien ausnahmsweise mal regnet oder die Scheiben beschlagen.

Während der V6-Motor zum Trendsetter wurde und sich viele andere Autos am ansprechende Design der Flaminia orientierten, fehlte den Lancia-Mannen beim Thema Durchblick der Weitblick. Sechs Scheibenwischer waren des Guten zu viel und überlebten nur die ersten Serien. Schuld am mäßigen Erfolg der Flaminia waren sie aber nicht. Dass sich bis 1969 nur etwa 5000 Käufer fanden, lag viel mehr dem hohen Kaufpreis auf Mercedes-Niveua und an der italienischen Luxussteuer für Autos mit mehr als zwei Litern Hubraum.

Sonne rein - Fahrer raus

Rolldach serienmäßig: die Isetta Rolldach serienmäßig: die Isetta

Die BMW Isetta, auch bekannt als Knutschkugel, hatte serienmäßig ein Rolldach. Aber das baute BMW nicht nur aus lauter Nettigkeit ein.

Der eigentliche Grund für das Rolldach war, dass die Isetta nur eine Tür hatte. Die große Fronttür, durch die Fahrer und Beifahrer im Normalfall ein- und ausstiegen. Im Falle eines Unfalls konnte diese so beschädigt oder blockiert sein, dass ein Öffnen unmöglich war. Daher wurde es zur Auflage, dass BMW ein Schiebedach als Notausstieg einbaute.

Berlin, Berlin, sie fuhren durch Berlin!

Kennedy, Brand und Adenauer im offenen Lincoln Kennedy, Brand und Adenauer im offenen Lincoln

Es gibt Autos, die untrennbar mit geschichtlichen Ereignissen verbunden sind. Zum Beispiel der offene Lincoln, in dem John F. Kennedy durch Berlin fuhr - und durch Dallas!

Es war der 26. Juni 1963, als John Fitzgerald Kennedy im offenen Lincoln durch Berlin fuhr. Der Präsident der USA war damals auf Europatour und wollte nicht nur den 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke feiern.

Kennedy wollte im geteilten Berlin ein Zeichen gegen den Kalten Krieg setzen. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen fuhr er im offenen, verlängerten Lincoln Continental GG 300 Cabrio zum Schöneberger Rathaus. An seiner Seite der damalige Bürgermeister Willy Brand und Konrad Adenauer, ausnahmsweise mal nicht in seinem Mercedes unterwegs. In Bonn waren Adenauer und Kennedy noch im aufgesägten Mercedes chauffiert worden.

Am Schöneberger Rathaus hielt JFK dann seine viel bejubelte Rede, die mit den berühmten Worten "Ich bin ein Berliner" endete.
Nur 149 Tage später war John F. Kennedy tot. Er wurde Opfer des Attentats vom 22. November in Dallas. Laut Kennzeichen saß er dabei in demselben Lincoln, in dem er auch durch Berlin gefahren war. Nach dem Attentat wurde der Wagen nicht etwa als Beweisstück beschlagnahmt. Er wurde gereinigt, in den alten Zustand versetzt und weiter als Dienstwagen genutzt. Eine von vielen Merkwürdigkeiten, die manchen an eine Verschwörungstheorie glauben lassen. Heute steht der Lincoln GG 300 im Henry-Ford-Museum.

Ein Auto mit Meerwert

Der Wunsch, mit einem Auto auch auf dem Wasser fahren zu können, ist fast so alt wie das Auto selbst. Das erste motorisierte Amphibienfahrzeug war 1899 das Magrelen Amphibium aus Dänemark. Es gab in aller Welt Pläne für Amphibien-Fahrzeuge. Nur von wenigen gibt es Nachweise für den Bau und den tatsächlichen Einsatz im nassen Element.

Im April 1909 erhielt zwar ein gewisser Jean Rech aus Mehlem am Rhein ein Patent für ein zu Wasser und zu Land nutzbares Fahrzeug. Über den Bau dieses Fahrzeugs ist aber nichts bekannt. Und so war wohl Johann Jakob Baulig aus Koblenz der Erbauer des ersten deutschen Amphibienfahrzeugs.

Baulig bezeichnete sein Gefährt als Land- und Wasser-Auto und nannte es nach seiner Heimatstadt Koblenz. Gebaut hat er es 1934. Im August des gleichen Jahres wurde es erstmals auf der Moselmündung eingesetzt. 1935 überquerte Bauligs Konstruktion sogar den Ärmelkanal zwischen Calais und Dover. Dass Johann Jakob Baulig heute kaum bekannt ist, dürfte daran liegen, dass seine Konstruktionspläne später vom NS-Regime beschlagnahmt wurden.

Die List mit der Last

Die Isetta war damals ein äußerst erfolgreicher Kleinwagen. Für ausländische Märkte gab es sie sogar mit Rechtslenkung und einer schwerwiegenden Modifikation.

Durch die Rechtslenkung ergab sich nämlich ein Problem. Motor und Fahrer auf einer Seite machten die Isetta rechtslastig. Bei schneller Kurvenfahrt drohte sie daher umzukippen. Also wurde nur bei den rechtsgelenkten Export-Modellen ein 40kg-Gegengewicht auf der linken Seite angebracht.

Da war gutes Rad teuer

Deutschland 1940. Die zivile Autoproduktion lief langsam aus. Auch bei Opel, wo der ebenso beliebte wie gelungene Opel Kapitän noch bis Oktober produziert wurde.

Wer noch einen Kapitän abbekam, vielleicht sogar als Cabrio von Gläser und Hebmüller, durfte sich glücklich schätzen. Das hieß aber nicht, dass er auch damit fahren konnte. Denn nach der Auslieferung auf eigener Achse wurden die Räder abgeschraubt und mitgenommen. Gummireifen waren Mangelware. Manches Auto wurde daher auf Noträdern, meist Stahlfelgen mit Holzbesatz, zwischengelagert. Bis der Besitzer sich einen Satz Gummireifen organisiert hatte. Oder aber, bis der Wagen für den Kriegseinsatz eingezogen wurde. Denn besonders Autos mit viel Platz und großen Viertaktmotoren wurden von der Wehrmacht gebraucht.

Außergewöhnliches aus Australien

Der VW 181 ist ein einzigartiges, offenes Kultmobil, das in aller Welt bekannt ist. Aber nur wenige wissen, wo er eigentlich herkommt.

Die Amerikander nennen ihn wohl wegen seiner Einfachheit schlicht "Thing". Auch in Australien wurde des VW 181 geschätzt. Schließlich begann dort seine Karriere. Als Jagdwagen fürs Outback entstanden immerhin fast 1000 Fahrzeuge. Erst danach wurde der Kübelwagen 15.275fach von der Bundeswehr rekrutiert. Einige Exemplare landeten auch bei öffentlichen Stellen und in Privathand. Kübelwagen, die ihre Dienstzeit ohne große Blessuren überstanden, sorgten anschließend für preiswerten Cabriospaß bei einer schnell wachsenden Fangemeinde.

Einfach einleuchtend

Der Jeep war für den Kriegseinsatz konzipiert. Entwicklungsziel war ein möglichst robustes und wartungsfreundliches Fahrzeug. Das führte zu einigen ebenso simplen wie wirkungsvollen Lösungen.

Ein leuchtendes Beispiel für gute Ideen beim Jeep war der schwenkbare Scheinwerfer. Er konnte bei Bedarf um 180 Grad geschwenkt werden und leuchtete dann in den Motorraum. Das bedeutete auch bei Nacht beste Lichtverhältnisse bei Reparaturen und vor allem zwei freie Hände.

Feuerprobe bestanden - mehr nicht!

Die Feuerwehr am Hamburger Millerntor auf Lohner-Porsche Die Feuerwehr am Hamburger Millerntor auf Lohner-Porsche

Dass Ferdinand Porsche ein herausragender Autopionier und Konstrukteur war, weiß jeder. Aber dass er schon Anfang des 20. Jahrhunderts bemerkenswerte Elektro- und Hybridfahrzeuge baute, ist kaum bekannt.

Während seiner Zeit bei Ludwig Lohner in Wien entstanden verschiedene Lohner-Porsche-Modelle, die vor allem mit den schweren Batterien und den anfälligen Reifen zu kämpfen hatten. Die Reifen waren dem Fahrzeuggewicht und dem Gewicht der Radnabenmotoren nicht gewachsen. Die ständige Weiterentwicklung führte zum Lohner-Porsche Mixte. Dieser hatte einen Benzinmotor, der den Strom für die Radnabenmotoren erzeugte. Aber auch der Mixte konnte sich nicht durchsetzen.

So ein Antriebsrad wog gute 100 kg So ein Antriebsrad wog gute 100 kg

Früh wurden auch Nutzfahrzeuge mit den Radnabenmotoren von Lohner-Porsche ausgerüstet. Ab 1904 gab es die ersten Feuerwehrfahrzeuge, die das System nutzten. Dank des Frontantriebs gab es keine Kardanwelle, was maximale Freiheit bei der Gestaltung des Aufbaus gewährleistete. Auch die schnelle Startbereitschaft war ein echter Vorteil. Der Nachteil der eher geringen Reichweite war bei Einsätzen im Stadtgebiet zu vernachlässigen. 1906 war das beste Jahr für Lohner-Porsche. 125 Fahrzeuge wurden verkauft, darunter viele mit Feuerwehraufbau. Im gleichen Jahr wechselte Ferdinand Porsche zu Austro-Daimler. Aber auch hier konnten sich Elektro- und Hybridantrieb nicht durchsetzen. Porsche war seiner Zeit einfach zu weit voraus.

Total Weggetreten

Es ist schon ungewöhnlich genug, wenn erwachsene Männer sich in ein Tretauto setzen. Aber es gibt einige, die hören dann gar nicht mehr auf zu fahren.

Diese Männer versuchen dann in der Regel, eine neue Bestmarke für das Guiness-Buch der Rekorde aufzustellen. So wie der einstige Tretauto-Sammler Manfred Klauda. Um die Eröffnung seiner Sammlung im Dresdner Verkehrsmuseum in die Schlagzeilen zu bringen, fuhr er von München nach Dresden. Unglaubliche 458,8 km im Tretauto.

Kurz darauf wurde dieser Rekord gebrochen, aber mit einem speziellen Sport-Tretauto. Die 800 km-Fahrt des neuen Rekordhalters ist trotzdem eine beachtliche Leistung.

Noch weiter fuhren sechs unerschütterliche Briten. Sie legten in Fahrzeugen, die mit dem klassischen Tretauto nicht mehr so richtig viel gemeinsam haben, im Schichtbetrieb 1000 Meilen zurück.

Einen weiteren völlig sinnfreien Tretauto-Rekord verdanken wir Didi Senft aus Kolpin. Er übertrumpfte mit seinem 13,3 m langen, viersitzigen Tretauto die alte Bestmarke eines Italieners um 2,09 m.

Tretauto-Fans finden ein paar schöne, klassische Modelle im Deutschen Technikmuseum Berlin (werden aber nicht permanent gezeigt) und in der Bildergalerie von Oldtimer.net!

DSign-Varianten

Citroen-Fans werden sie kennen, aber viele andere Oldtimer-Fans haben noch nie einen gesehen. Die Rede ist von den Citroen DS, die beim Pariser Automobildesigner und Karosseriehersteller Henri Chapron umgebaut wurden.

le-dandyChapron Coupe "Le Dandy"

Obwohl der Citroen DS bei seinem Erscheinen ein für die damalige Zeit außergewöhnliches Design hatte, war es einigen Kunden wohl noch nicht exklusiv genug. Und so konnte Chapron bis 1961 knapp 400 Fahrzeuge in Eigenregie an den Mann bringen. Zwischen 1961 und 1971 wurden dann 1.365 Chapron Limousinen, Coupes und Cabrios über offizielle Citroen-Händler verkauft.

presidentielleChapron Limousine Presidentielle

Es gab diverse Modelle, die auf die Namen Le Paris, Le Dandy, Le Concord und Leman (Coupes), La Croisette, Le Caddy und Palm Beach (Cabrios) sowie Majesty und Lorraine (Limousinen) hörten. Auch der Citroen SM und der CX wurden von Chapron verfeinert. Heute sind Chapron-DS gesuchte Sammlerstücke. Aufnahmen weiterer Modellvarianten gibt es auf
www.koolhaas.demon.nl/carrosserie.htm

Denzel, Wien - Wie´n Porsche

Österreich scheint eine gute Brutstätte für Sportwagen zu sein. Fast zeitgleich zum Porsche Nummer 1 entstand in der Alpenrepublik der Denzel.

porsche_prototyp

Sein Erbauer Wolfgang Denzel soll noch während des Krieges mit Ferdinand Porsche geplant haben, in Gmünd (Kärnten) einen Sportwagen zu bauen. Die Zusammenarbeit kam dann doch nicht zustande, also baute Denzel seinen eigenen Sportwagen. Die Ähnlichkeit zum Porsche Nr.1 ist dabei sicher kein Zufall gewesen.
In einer Werkstatt in Wien kombinierte Denzel den Zentralrohrrahmen eines Kübelwagens mit einer schnittigen Karosserie aus Sperrholz und Kunststoffüberzug. Die Karosserie wog nur 75 kg, was in Verbindung mit getunten VW-Motoren rasante Fahrleistungen garantierte. Die ersten 12 Wagen wurden Denzel förmlich aus der Hand gerissen. Insgesamt entstanden bis 1959 rund 350 "WD-Wagen" in 4 Varianten. Heute werden für Denzel Sportwagen Höchstpreise gezahlt.

Das mehr geht nich-T-Modell

Das T-Modell von Ford wurde insgesamt über 15 Millionen mal gebaut. Damit war es lange Zeit das meistgebaute Auto der Welt. Erst später wurde es vom VW Käfer und Toyota Corolla übertrumpft. Ein Rekord ist dem T-Modell allerdings geblieben.

t_modell

1916 waren sage und schreibe 55% aller Autos auf der Welt T-Modelle. Auch wenn es damals noch nicht so viele Autos gab wie heute, ist das ein kaum zu glaubender, sehr beeindruckender Wert. Klar, dass dieser Rekord bis in alle Ewigkeit bestehen bleiben wird.

Geheime Drucksache

Dass der VW Käfer anfangs auch KdF-Wagen genannt wurde, weiß eigentlich jeder. Eher unbekannt ist dagegen, dass der KdF-Wagen im Prototypenstadium auch mit einem Kompressormotor getestet wurde.

geheime_drucksache

Unter Leitung von Dr. Ferdinand Porsche wurde das Projekt ?Motor Typ 141? im Frühjahr 1943 vorangetrieben. Ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr, wurde ein leistungsstarker Motor entwickelt. Probleme mit der Haltbarkeit und vor allem der Kostenfaktor sorgten dafür, dass es bei einem Versuch blieb und der robuste Boxermotor ohne Aufladung den Vorzug erhielt.

Fahrenheit beim Fahren

Eine Temperaturanzeige im Auto hat sicher jeder schon mal gesehen. Aber ein Thermometer im Spiegel ist doch eher die große Ausnahme.

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Ab etwa Mitte der 70er Jahre wurden einige Oberklassemodelle in den USA optional mit solchen Spiegeln ausgestattet. Zum Beispiel der Cadillac Eldorado und der Lincoln Continental Mark V Cartier. Das Thermometer war sogar beleuchtet und zeigte die Temperatur per Zeiger in Fahrenheit an. Die Idee war sicher nicht schlecht, aber auch nicht ganz ausgereift.

Die Anzeige per Digitaldisplay im Bordcomputer hat sich am Ende dann doch durchgesetzt. Aber vielleicht war das beleuchtete Thermometer ja die Anregung für einen findigen Techniker, den Spiegel mit integriertem Blinker zu erfinden.





Gemischtes Doppel

Dass zwei Karosserievarianten eines Modells unterschiedliche Designer haben, ist höchst ungewöhnlich. Beim Fiat Dino war es so.

1967 brachte Fiat den Dino als Coupe und Spider auf den Markt. Einheitliche Designmerkmale waren ganz offensichtlich kein vorrangiges Entwicklungsziel. Eigentlich waren sie von vornherein ausgeschlossen. Denn während beim Dino Coupe Bertone für das sehr ansehnliche Blechkleid verantwortlich zeichnete, kümmerte sich Pininfarina um das Oben-ohne-Outfit des Dino Spiders.

So lässt sich beim besten Willen nur eine gewisse Ähnlichkeit feststellen. Den Besitzern wird es egal sein. Sowohl das Coupe wie auch der Spider zählen zu den gelungensten Entwürfen ihrer Designväter. Außerdem war die Technik bei beiden gleich. Beide waren anfangs mit 2-Liter V6 und 160 PS, später dann auch mit 2,4-Liter-Maschine und 180 PS sehr gut motorisiert.

Rechts vor links

Als letzte Nation Europas stellte Schweden 1967 von Links- auf Rechtsverkehr um. Am 3. September 1967 war der H-Tag, an dem der Wechsel vollzogen wurde.

Die Umstellung führte in einigen Städten zur Abschaffung der Straßenbahn. Diese hatten die Türen plötzlich auf der falschen Seite. Der Linksverkehr soll sich zu Zeiten von Kutschen und bewaffneten Reitern auf Pferden etabliert haben. Angeblich haben Kutscher rechts auf dem Kutschbock gesessen, um beim Antreiben der Pferde per Peitsche die Fahrgäste nicht zu gefährden. Bei zunehmendem Kutschverkehr bot sich dann der Linksverkehr an.

Heute wird noch in 58 von 221 Ländern der Linksverkehr vorgezogen. Als letztes europäisches Land überhaupt hat Island 1968 sein Verkehrswesen von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt.

Alter Schwede!

Kaum jemand weiß, dass 2002 ein Volvo mit einer außergewöhnlichen Leistung für Furore sorgte. Ein gewisser Irv Gordon aus Long Island fuhr Jahrzehnte lang mit seinem Volvo P 1800 zur Arbeit. Immerhin 125 Meilen pro Strecke. In all den Jahren kamen 2 Millionen Meilen zusammen, was etwa 3,6 Millionen Kilometern entspricht.

Deutlich mehr Aufsehen erregte 2004 ein alter Mercedes 240 D, der von einem griechischen Taxifahrer an das Mercedes-Museum übergeben wurde. Das Besondere an dem Wagen war seine Laufleistung. Gregorios Sachinides hatte ihn mit etwa 500.000 km auf der Uhr gekauft. Anschließend war er weitere 4,1 Millionen Kilometern damit gefahren, womit er die Laufleistung des Wagens auf unglaubliche 4,6 Millionen km steigerte.

Weitere Kilometermillionäre: der Mercedes 280 SE der Eheleute Koschel aus Kalifornien, der in 35 Jahren 1.630.400 km fuhr, ein Mercedes 250 D Taxi aus Finnland mit 1.650.000 km und ein Mercedes 200 D Taxi aus Portugal mit 1.860.000 km.

Licht modifizierte Hanomags

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Der Hanomag 2/10 PS, auch Hanomag Komissbrot genannt, wurde ab 1925 produziert. Der Wagen hatte für seine Größe sehr großzügige Platzverhältnisse. Dies wurde unter anderem durch das Weglassen der damals üblichen Trittbretter erreicht.

Der Hanomag 2/10 PS war sehr beliebt und verkaufte sich in 4 Jahren stolze 15.775 mal. Seine Kosenamen "Komissbrot" oder auch "Kohlenkasten" erhielt er wegen seiner ungewöhnlich geformten Karosserie.

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Wichtigstes Erkennungsmerkmal des Hanomag Komissbrot war neben der eigentümlichen Form der zentrale Frontscheinwerfer. Als 1931 der Mittelscheinwerfer für Automobile verboten wurde, mussten die Fahrer eines Hanomag 2/10 PS ihren Wagen umrüsten. Beim abgebildeten Exemplar wurde der Mittelscheinwerfer ausgebaut und der Lampentopf verkleidet. Für Licht sorgten fortan zwei Scheinwerfer links und rechts der Kofferraumklappe.

Rund und bunt

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Warum sind eigentlich die Reifen schwarz? Früher war die schwarze Farbe eine Notwendigkeit. Den Reifen wurde Ruß als Füllmittel beigemischt. Das machte sie haltbarer.

Vorher waren die Reifen oft weiß, was die Fahrzeuge besonders edel aussehen ließ. Farbige Reifen gab es auch, aber nur in Ausnahmefällen wie z.B. der Opel Motoclub 500. Sie war ausschließlich in der Farbkombination silber / rot erhältlich.
Heute wären farbige Reifen technisch gesehen kein Problem. Statt Ruß wird bei modernen Reifen häufig Kieselsäure verwendet. Bunte Pneus lassen sich nur nicht verkaufen. Entsprechende Reifen verschwanden schnell wieder vom Markt. Das hat wohl in erster Linie praktische Gründe. Farbige Reifen sind nunmal schmutzempfindlicher als schwarze. Und die Optik ist doch sehr gewöhnungsbedürftig.
Eine Mischung aus beiden sind sogenannte Smoke Tyres . Sie sind schwarz, produzieren aber beim Durchdrehen der Reifen farbigen Qualm.

Tankeschön!

In Essen-Holtershausen gibt es eine ganz besondere Tankstelle. Sie ist die älteste in Deutschland und auch sonst ganz anders als andere Tankstellen.

Bei der Tankstelle Caspar-Milz in der Gemarkenstraße 18 kann man nicht nur tanken. Dort gibt es auch noch richtigen Service dazu. Auf Wunsch werden Flüssigkeitsstände und Luftdruck geprüft, Glühbirnen und Reifen gewechselt und sogar eine neue Starterbatterie eingebaut. Ganz ohne künstliche Hektik, dafür mit einer großen Portion Herzlichkeit.
Eine Autowäsche und Innenreinigung gibt es ebenso. Außerdem kann man neben den üblichen Kleinigkeiten im Tankstellenshop auch noch etwas Flüssignahrung im Getränkeshop kaufen. Die wird selbstverständlich frei Kofferraum geliefert. Selbst wer einen Sack Kartoffeln braucht, wird bei Casper-Milz prompt bedient.
Eröffnet wurde die Tankstelle am 18. Mai 1924, nachdem vorher auf dem Gelände Kutschen lackiert und Busse gebaut worden waren. Besserwisser könnten jetzt einwerfen, die Stadtapotheke in Wiesloch sei die älteste Tankstelle. Aber nur, weil Berta Benz dort 1888 mit ihren Söhnen Benzin kaufte, wird aus einer Apotheke ja nicht gleich eine Tankstelle.
Man merkt, dass die Männer von der Tankstelle Caspar-Milz ihren Job lieben. Kein Wunder, dass viele Stammkunden ihnen die Treue halten.
http://www.alte-tankstelle.de

Die Flügelchentürer

Jeder kennt den Mercedes 300 SL als Flügeltürer. Doch kaum jemand weiß, dass die großen, nach oben öffnenden Türen ursprünglich viel kleiner waren.

Die Rennversion des 300 SL, der Rennsportwagen Mercedes-Benz W194, hatte anfangs bestenfalls Flügelchen. Denn die ersten Fahrzeuge hatten die "kurzen", nur bis zur Unterseite der Scheiben reichenden Flügeltüren. Erst ab Fahrgestellnummer 0006 gab es verlängerte Einstiegsklappen, also größere Flügeltüren. Nur so konnte das Reglement der 24 Stunden von Le Mans erfüllt werden.

Der 300 Sport Leicht war 1951 beschlossen worden, um 1952 an Rennen teilzunehmen. Zehn oder elf Fahrzeuge wurden gebaut. Die Flügeltüren waren konstruktionsbedingt. Der Gitterrohrrahmen ließ keine herkömmlichen Türen zu. Der Renn-Flügeltürer war auf Anhieb sehr erfolgreich. Einem zweiten Platz bei der Mille Miglia 1952 folgte ein Dreifachsieg in Bern, ein Doppelsieg in Le Mans und ein Dreifachsieg am Nürburgring. Unvergessen ist auch der Sieg bei der Carrera Panamericana, als ein Wagen nach Kollision mit einem Geier acht Gitterstäbe vor der Frontscheibe erhielt.

Der Mercedes 300 SL in der Serienversion kam 1954 auf den Markt. Der W 198 verkaufte sich 1400 mal und sorgte - besonders wegen seiner großen Flügeltüren - für Furore.

Gut Holz

holzauto

Was macht man, wenn man in Venedig wohnt und gerne Oldtimer fährt? Das könnte die Frage sein, die sich Livio De Marchi irgendwann mal gestellt hat.

Livio de Marchi ist ein Künstler, der Holzskulpturen herstellt. Sie sind den verschiedensten Alltagsgegenständen nachempfunden, also auch Autos.
Natürlich hat Livio de Marchi nicht irgendwelche Autos in Holz gefasst. Es sind durchweg Klassiker oder Exoten im Maßstab 1:1. Nicht alle sind perfekt gelungen, aber trotzdem ist jedes für sich ein echter Hingucker. Einige von ihnen schwimmen sogar. Nicht allein, weil sie aus Holz sind, sondern weil sie einen Motor und eine Schiffsschraube haben. Klar, dass Herr de Marchi damit schon mal in den Kanälen seiner Heimatstadt Venedig unterwegs war.
www.liviodemarchi.com

PS-Geflüster

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Die Leistung eines Motors wird seit 1978 offiziell in Kilowatt (kw) angegeben. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist dagegen immer noch von PS die Rede. Die Einheit PS steht bekanntermaßen für Pferdestärke und stammt aus einer Zeit, als Maschinen langsam die Arbeitspferde ersetzten.

Steuer-PS
Kaum fuhren die ersten Autos auf den Straßen, wurde 1906 auch schon die Automobilsteuer erfunden. Für die Steuer-PS wurde der Hubraum mit Hilfe einer Formel umgerechnet. Bei Viertaktern entsprachen 261,8 ccm einem Steuer-PS, bei Zweitaktern waren es 175,5. Wegen der rasanten technischen Entwicklung gab es große Abweichungen zwischen der tatsächlichen PS-Zahl und den Steuer-PS. Die Berechnungsformel wurde mehrfach geändert. Ab April 1928 wurde die Steuer für Autos und Motorräder dann nach dem Hubraum bezahlt.

DIN-PS
Der Norm nach ist ein DIN-PS die Leistung, die ein 75kg-Gewicht mit einem Meter pro Sekunde gegen die Schwerkraft bewegt.

SAE-PS
Bis 1972 wurde in den USA die Motorleistung laut einer Norm der Society of Automotive Engineers ohne kraftraubende Nebenaggragate gemessen. Diese Bruttoleitsung wurde noch nach einer nicht nachvollziehbaren Formel umgerechnet, sodass sich häufig übertrieben hohe Leistungswerte ergaben. Bei Sportwagen wurde die wahre Leistung aus versicherungstechnischen Gründen auch gern ein bisschen kleingerechnet.

bhp
bhp steht für brake horsepower (Brems-PS). James Watt kam zu der Erkenntnis, dass ein Pferd pro Minute 180 englische Pfund etwa 181 Fuß weit zieht. Umgerechnet entsprich ein bhp etwa 1,014 PS bzw. 0,746 kw. Bei Motoren wurde die bhp-Leistung ohne Nebenaggregate gemessen.

T-Time

Der VW Typ 2 T1 wurde einer der Motoren des Deutschen Wirtschaftswunders. Aber die Idee für den im Volksmund auch Bulli genannten Transporter hatte ein Holländer.

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Der holländische VW-Importeur Ben Pon verhandelte im April 1947 mit den Besatzern über den VW-Import in sein Land. Bei dieser Gelegenheit regte er den Bau eines Transporters an. Schließlich gab es nach dem Krieg einen großen Bedarf an flexiblen, robusten und preiswerten Transportfahrzeugen. Die Idee war Pon bei einem vorherigen Besuch im VW-Werk gekommen. Der sogenannte Plattenwagen, ein von VW-Arbeitern zusammengebasteltes Gefährt für den Transport von Blechteilen, hatte Pon inspiriert.

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1948 gab es die ersten Prototypen, im März 1950 startete die Serienproduktion. Die rundliche Front erhielt der T1 erst, nachdem die Technische Hochschule Braunschweig bei den ersten Prototypen katastrophale cw-Werte festgestellt hatte. Mit der optimierten Form konnte dieser von 0,77 bzw. 0,75 auf 0,44 gesenkt werden.

Viel Wind um nichts

propeller-autoVorsicht beim Starten und bitte kein Auffahrunfall ...

Speziell in den 30er Jahren entstanden unabhängig voneinander einige Autos mit Propellerantrieb. Bastler in den USA und Europa waren auf der Suche nach neuen Antriebskonzepten.
Propeller waren ein Sinnbild für Schnelligkeit und sollten den Autos wohl zu flugzeugähnlichen Fahrleistungen verhelfen. Sicherheit und Lärmschutz spielten bei diesen Projekten sicher keine große Rolle. Sie dürften aber neben dem konstruktionellen Aufwand die wichtigsten Gründe dafür gewesen sein, dass Propellerautos niemals in Serie gebaut wurden.


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Treibstoff für Benzingespräche




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