
1972 brachte Renault einen Kleinwagen auf den Markt, der sofort zum Erfolgsmodell avancierte, das 24 Jahre lang im Programm blieb und etwa 9 Millionen mal gebaut wurde.
Quadratische Armaturen, sonnengelber Lack, helle Kunststoff-Stoßfänger – wann hatte es das je gegeben? Der konsequente Seventies-Style überzeugte auf Anhieb: Kurz nach seinem Debüt entfielen schon fünf Prozent aller Neuzulassungen in Frankreich auf den kompakten Dreitürer. Auch in Deutschland flogen ihm bald die Herzen zu.
Natürlich hatte der hochmoderne Dreitürer – angesiedelt zwischen den etwas angejahrten Dauerläufern Renault 4 und Renault 6 – auch auf technischer Seite viel zu bieten. Zum Beispiel eine selbsttragende Karosserie statt des bis dahin verbreiteten Plattformrahmens. Oder eine sparsame Motorenpalette, die bei einem Hubraum von nur 782, in Deutschland 845 Kubikzentimetern begann. Auch damit traf der Renault 5 ins Schwarze: Als „Auto zur Ölkrise“ erschien er zum perfekten Zeitpunkt.
Zudem überzeugte er durch seine Praktikabilität. Mit 3,51 Meter Länge nahm er wenig Verkehrsfläche ein und bot dennoch Platz für vier Erwachsene plus Gepäck. Außerdem war er dank seines kleinen Wendekreises handlich in der Stadt und leicht zu parken – was ihn zu einem echten Frauentyp machte. Deren Käuferanteil lag bei damals ungewöhnlich hohen 50 Prozent. Im Sommer 1979 gesellte sich eine fünftürige Version hinzu.
Nach zwölf Jahren und 5,3 Millionen gebauten Exemplaren löste der sogenannte „Supercinq“ 1984 die erste Generation ab. Das charmante Äußere blieb fast gleich, die Technik wurde komplett neu konstruiert. Dies nahm Renault zum Anlass, mit aktuellen Design-Grafiken der CAD-Programme (Computer Aided Design, zu Deutsch: computergestützte Konstruktion) zu werben.
Bis zur endgültigen Ablösung durch den Renault Clio hatten sich die „frechsten dreieinhalb Meter der Welt“ rund neun Millionen Mal verkauft. 1994 verabschiedet sich der kleine Franzose nach einer mehr als 20-jährigen Erfolgsgeschichte in den Ruhestand – mit dem Schriftzug „Bye Bye“ auf dem Heck der letzten Serie. Was bleibt, ist der Kultstatus des Renault 5 und das Wissen: Mit dem „Cinq“ hielt die Moderne Einzug.
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